Konflikte – Wenn die Eltern komisch werden

Konflikte und Streitigkeiten mit den Eltern kennt jeder. Es gibt immer Themen, bei denen Jugendliche und ihre Eltern sich nicht einig sind. Das ist völlig normal. Als Jugendlicher entwickelst du dich weiter, findest deine eigene Identität und löst dich langsam von deinen Eltern ab. Du bist nicht mehr das kleine Kind, sondern wirst zum selbständigen Erwachsenen mit eigenen Zielen und Ideen. Demgegenüber stehen deine Eltern. Viele Jahre haben sie sich um dich gekümmert und für dich gesorgt, da fällt es manchen schwer, loszulassen.

Typische Konfliktthemen zwischen Eltern und Jugendlichen:

  • Alkohol und Zigaretten
  • Partys und Ausgehzeiten
  • Haushaltspflichten
  • Schulleistungen
  • erster Freund oder erste Freundin
  • Musik und Kleidung
  • Aktivitäten ohne die Familie (z.B. Urlaub, Wochenende)
  • Zukunftsfragen

Verstärkt werden die Konflikte durch deine Erkrankung. Themen, die bei gesunden Jugendlichen bereits problematisch sind, bekommen durch die Krankheit eine zusätzliche Brisanz, weil deine Eltern, teilweise zu Recht, um deine Gesundheit fürchten. Es fällt ihnen schwer, ruhig zu bleiben und dich deinen eigenen Weg gehen zu lassen. Aus Angst verbieten sie dir daher eventuell Freizeitaktivitäten, Partys oder Alkohol – Es könnte ja etwas passieren! Natürlich siehst du das anders. Du meinst, dass du alles im Griff hast und fühlst dich zu Unrecht eingeschränkt. Du möchtest einfach sein wie die anderen und willst nicht ständig daran erinnert werden, dass du krank bist. Bei so gegensätzlichen Standpunkten ist es schwer, sich nicht zu streiten.

Das Streben nach Unabhängigkeit kollidiert bei vielen Jugendlichen mit der Therapie und führt zu Konflikten mit den Eltern. Beides gehört zu einer normalen Entwicklung dazu. Finde deinen Weg, mit und nicht für die Krankheit zu leben!

Sieh dir zu dem Thema auch das Interview mit Prof. Dr. Karin LangeEltern sollten sich nicht ständig einmischenan. Frau Lange ist Diplom-Psychologin und Leiterin der Forschungs- und Lehreinheit Medizinische Psychologie an der Medizinischen Hochschule Hannover.