Feiern und Alkohol

Get the Party started

Junge Menschen wie du kennen sich in der Regel gut damit aus, was ihnen mit ihrer Krankheit bekommt und was nicht. Mit dem Erwachsenwerden kommt eine Reihe neuer Situationen auf dich zu, mit denen du erst Erfahrungen sammeln musst, so z.B. eine durchtanzte Party, eine lange Nacht am Computer mit Chips und Alkohol oder ein Musikfestival am Wochenende.

Ohne Rauch geht's auch

Rauchen, egal ob Zigaretten, Zigarillo, E-Zigaretten oder Shisha, gefährdet die Gesundheit. Der verwendete Tabak ist ein Gemisch aus vielen Inhaltsstoffen, von denen einige nachweislich krank machen, in dem sie krebserregend sind oder die Lunge und die Blutgefäße schädigen. Außerdem verschlechtert Rauchen das Hautbild und reduziert die Fitness. Für alle, ob gesund oder krank, gilt daher: besser die Finger davon lassen!

Rauchen ist ein zusätzlicher Risikofaktor, der im Gegensatz zu den meisten anderen vermeidbar ist. Insbesondere bei Erkrankungen, die die Lunge betreffen wie Asthma, COPD und Mukoviszidose, verschlimmert Rauchen die Beschwerden und verschlechtert die Prognose – genauso das Passivrauchen (z.B. auf Partys)! Auch beim Diabetes, der bei längerer Krankheitsdauer zu Schädigungen der Gefäße führen kann, kann es bei Rauchern schneller als gewöhnlich zu Folgeschäden kommen. Bei Morbus Crohn ist bekannt, dass Rauchen einen Einfluss auf die Schübe hat.

Rauchen ist der größte, vermeidbare Risikofaktor!

Welcher Alkohol ist erlaubt?

Rein rechtlich ist ab 16 Jahren der Konsum von niedrigprozentigem Alkohol (z.B. Bier) und ab 18 Jahren alles andere erlaubt, ABER nicht alles ist für jeden ratsam.
Gelegentlich geringe Mengen Alkohol, d.h. ein bis zwei Gläser Bier, Wein oder Sekt, sind bei den meisten Erkrankungen unbedenklich. Bei hochprozentigem Alkohol oder größeren Mengen sieht die Situation anders aus. Wenn deine Erkrankung eine komplexe Therapie erfordert oder es zu akuten Komplikationen kommen kann (z.B. Diabetes, Epilepsie), sollte ein Vollrausch für dich ein absolutes No-Go sein. Aber auch bei anderen Krankheiten ist ein Vollrausch aufgrund der `Nachwirkungen` nicht zu empfehlen.

Da es teilweise Wechselwirkungen zwischen Medikamenten und Alkohol gibt, so dass die Medikamentenwirkung und –wirkdauer verändert wird, solltet ihr bei euren ersten `Alkoholversuchen` beobachten, wie Alkohol auf euch wirkt. Wenn ihr unsicher seid, fragt beim Arzt oder in der Apotheke nach.

CED Für junge Erwachsene mit CED gibt es keine speziellen Einschränkungen hinsichtlich Alkohol. Er steht allerdings im Verdacht symptomverschlechternd zu wirken und sollte daher mit Bedacht getrunken werden.

Diabetes Trockener Wein und klarer Schnaps erhöhen den Blutzucker nicht. Von bunten Cocktails und Mischgetränken sollten sich Jugendliche mit Diabetes jedoch lieber fernhalten, da sie Zucker und Alkohol in unübersichtlichen Mengen enthalten. Das Insulin kann dann nicht richtig dosiert werden. Die BZ-Messung vor dem Schlafengehen ist ein Muss. Wenn es etwas mehr war als beabsichtigt, erlaubt euren Eltern eventuell im Schlaf noch einmal zu messen, zumindest bei den ersten Malen. Durch den Alkohol kann der Blutzucker soweit abgesenkt werden, dass es zu einer Unterzuckerung kommt. Denkt außerdem daran, dass auftretende Unterzuckerungserscheinungen für andere schwer von Trunkenheit zu unterscheiden sind. Eine rasche medizinische Hilfe wird dadurch gefährdet (siehe auch Erfahrungsbericht).

Epilepsie Gelegentliche geringe Mengen Alkohol gelten bei Epilepsie als unbedenklich. Größere Mengen und hochprozentige Sorten sollten jedoch vermieden werden, da die Medikamente teilweise eine Wechselwirkung mit dem Alkohol eingehen. Außerdem besteht insbesondere bei abklingendem Alkohol-Spiegel eine erhöhte Gefahr für Anfälle. Ob diese vom Alkohol kommen, durch den damit oft verbundenen Schlafmangel und/oder die unregelmäßige Einahme der Tabletten ist unklar.

PKU –  Junge Erwachsene mit PKU sollten bei Bier und eiweißreichen Cocktails vorsichtig sein, alles andere ist relativ problemlos:

Phe-Werte gängiger Alkoholsorten

Bier (Pils)                     300 ml      12 mg Phe

Alkoholfreies Bier       300 ml      33 mg Phe

Malzbier                       300 ml      33 mg Phe

Weißbier                       300 ml      20 mg Phe

Bier (dunkel)                300 ml      45 mg Phe

Sekt                               300 ml       8 mg Phe

Wein                              300 ml       5 mg Phe

Zöliakie Für Jugendliche mit Zöliakie ist Bier mit oder ohne Alkohol und auch Malzbier tabu. Dafür sind Sekt, Wein, Schnaps, Rum, Weinbrand, Gin, Tequila, Wodka, Korn, Liköre und Whisky (außer Malt-Whisky) glutenfrei.