Ernährung

Zwische Fast Food und Diät

Ernährung ist elementarer Bestandteil des Alltags. Immer und überall wird man mit Essen konfrontiert. Es beginnt mit dem Frühstück und schon kurz danach auf dem Weg zur Schule oder zur Arbeit kommt man an der ersten Bäckerei, an einem Fast-Food-Restaurant oder am Süßigkeitenregal vorbei. Gleichzeitig hört man ständig etwas von “gesunder Ernährung”.

Was ist gesunde Ernährung?

Es gibt viele verschiedene Theorien zur Ernährung. Sicherlich kennt ihr auch die eine oder andere, z.B. die Ernährungspyramide oder die Telleruhr. Sie zeigen, wie viel Gemüse, Obst, Getreide, Milchprodukte, Fleisch, Fisch, Öl und Süßigkeiten pro Tag gesund sind. 

Auch wenn sich die Modelle in einzelnen Punkten unterscheiden, z.B. ob man die Nahrung besser auf 3 oder 5 Mahlzeiten pro Tag verteilt, haben alle seriösen Empfehlungen ein paar Dinge gemeinsam:

  • Gemüse und Obst spielen eine enorm wichtige Rolle und sollten Hauptnahrungsmittel sein. 
  • Pro Tag sollte man mindestens 2 Liter Flüssigkeit trinken, am besten zucker- und süßstofffrei.
  • Kohlenhydrate (z.B. Kartoffeln, Nudeln, Brot) und Eiweiße (z.B. Joghurt, Milch, Käse aber auch Hülsenfrüchte) gehören zu einer ausgewogenen Ernährung, ebenso wie Fette, insbesondere pflanzliche Öle. 
  • Fisch oder Fleisch sind 2-3 x pro Woche völlig ausreichend. Vegetarier und Personen, die eine spezielle Diät einhalten müssen, zeigen, dass es auch ohne geht.
  • Fastfood und Süßigkeiten gehören nicht zu einer ausgewogenen Ernährung. Man kann theoretisch komplett darauf verzichten – man muss aber nicht. In Maßen sind sie erlaubt. Manchmal braucht man einfach ein Schokolade, Chips oder Pommes.
  • Die meisten Fertiggerichte, Schoko- und Müsli-Riegel oder auch Popcorn im Kino enthalten viel Fett, viel Zucker und damit viele Kalorien – Energie, die euer Körper im Kinosessel, am Schreibtisch oder vor dem Computer nicht braucht. Macht euch lieber selbst etwas oder esst, wenn ihr Hunger habt, etwas „Richtiges”. Der erste Hunger legt sich bereits bei der Essenzubereitung.
  • Auch auf Alkohol können wir komplett verzichten. In unserer Gesellschaft gehört er aber bei vielen Anlässen dazu. Probiert aus, was euch schmeckt, und beobachtet aufmerksam, wie es euch dabei geht, ABER übertreibt es nicht! Auch für Menschen ohne Krankheit ist übermäßiger Alkoholkonsum keine gute Erfahrung. Bei manchen Erkrankungen, wie z.B. bei Zöliakie oder PKU, ist es zudem wichtig, was man trinkt (s. Feiern und Alkohol).

 Quelle: DEBInet, www.ernaehrung.de 

Kennst du dich aus?

Dies sind allgemeine Empfehlungen, die für diejenigen von euch gelten, die keine spezielle Diät einhalten müssen. Bei denen von euch, die auf bestimmte Nahrungsmittel/-bestandteile verzichten müssen oder bei denen es auf die Menge ankommt, gibt es natürlich andere bzw. weitere Empfehlungen.

  1. Spielt Ernährung bei deiner Erkrankung eine Rolle? Musst du auf irgendetwas achten? Falls du dir nicht sicher bist, frag einfach deine Eltern.
  2.  a) Wenn ja, können deine Symptome mit einer bestimmten Diät verringert werden? Was hilft dir? Was bekommt dir nicht oder ist sogar ein Risiko?
    b) Wenn nein: Gesunde Ernährung stärkt deine Immunabwehr und hält dich fit.

Nach der Schule oder dem Club noch zu McDonalds?

Klar, kann man auch mal Fast Food essen. Man muss nur wissen, was man essen darf, und sollte sich nicht nur davon ernähren, denn Junkfood hat viele Kalorien und relativ wenig Vitamine, Mineralien und Ballaststoffe, die unser Körper braucht.

Pommes und Salat sind fast für jeden möglich. Bei den anderen Angeboten, insbesondere beim Dressing und den Soßen solltet ihr auf die Inhaltsstoffe achten, die bei den Restaurantketten meist gut deklariert sind. Falls es nichts Geeignetes für dich auf der Speisekarte gibt, du aber trotzdem mit den Freunden zusammensitzen möchtest, kannst du beispielsweise nur ein Getränk bestellen. Das machen viele andere Jugendliche auch.

Gewicht - Bin ich normal?

Viele Menschen machen eine Diät, um ihr Gewicht zu halten oder abzunehmen. Sie essen nur die Hälfte, verzichten auf Kohlenhydrate, ernähren sich ausschließlich von Kohl oder trinken “Schlank-macher-Drinks”. In der Regel hat dieser Diätwahn keine langfristige Wirkung. Die Personen nehmen zwar kurzfristig ab, aber nach dem Ende der Diät schnell wieder zu, teilweise sogar mehr als zuvor. Das liegt am sog. „Jojo-Effekt“. Der Körper stellt sich auf die Hungerphase ein, fährt den Stoffwechsel herunter und braucht jetzt weniger Nahrung. Sobald es wieder mehr zu Essen gibt, speichert er Reserven für die nächste Hungerperiode. Besser als kurzfristige Diäten ist also eine langfristige Nahrungsumstellung.

Wenn ihr euch zu dick fühlt oder nicht so recht mit eurer Figur zufrieden seid, gibt euch der Body-Mass-Index (BMI) eine erste Einschätzung. Er setzt das Körpergewicht in Relation zur Körpergröße. Die Formel lautet:

Beurteilung des BMI

Kategorie BMI (kg/m²)
starkes Untergewicht< 16
mäßiges Untergewicht16,0 – 17,0
leichtes Untergewicht17,8 – 18,5
Normalgewicht18,5 – 25,0
leichtes Übergewicht25,0 – 30,0
Adipostas Grad I30,0 – 35,0
Adipostas Grad II35,0 – 40,0
Adipostas Grad III> 40,0

Eine Einschätzung des BMI für über 18-Jährige könnt ihr der Tabelle entnehmen. Für Kinder und Jugendliche gelten angepasste Werte, die ihr unter www.kinderaerzte-im-netz.de/bvkj/contentkin/bmi/ ausrechnen und einschätzen lassen könnt. Der BMI ist allerdings nur ein Schätzwert. Er unterscheidet nicht zwischen Muskeln und Fett, männlich und weiblich und sagt auch nichts darüber aus, wo das Extragewicht lokalisiert ist.

Da das „Bauchfett“ schädlicher für die Gesundheit ist als das Fett, das sich an Hüften und Oberschenkeln anlagert, ist ein besserer Wert für die Gesundheit der Waiste-Hip-Ratio (WHR). Er ist einfach zu bestimmen, indem man mit einem Maßband den Umfang ca. 1-2 cm oberhalb des Nabels misst („waiste”) und den Umfang über den Pobacken (“hip”). Dann teilt ihr den „waiste“-Wert durch den „hip“-Wert. Die Messungen sind für Männer und Frauen gleich, die Auswertung nicht:

Beurteilung des Waiste-Hip-Ratio

 übergewichtigstark übergewichtig
Mann> 0,94> 1,02
Frau> 0,8> 0,88

Auch der WHR ist kein ideales Maß, da er je nach genetischer Veranlagung, Statur und Trainingszustand schwanken kann. BMI und WHR geben aber einen Anhaltspunkt wie euer Gewicht einzuschätzen ist. Wenn ihr trotz normaler Ergebnisse unsicher seid, ob ihr nicht doch zu dick oder dünn seid, sprecht mit eurer besten Freundin / eurem besten Freund darüber oder mit eurem Arzt.

Chronische Krankheiten und Gewichtsprobleme

Wenn man von Krankheit und Gewicht spricht, fallen einem sofort die Essstörungen Magersucht (Anorexie) und Ess-Brech-Sucht (Bulimie) ein. Sicherlich habt ihr schon von sehr dünnen Mädchen (selten auch Jungen) gehört, für die Essen bzw. Nicht-Essen zur Sucht geworden ist und die teilweise soviel Gewicht verloren haben, dass ihre Haut leidet, ihre inneren Organe geschädigt werden und die Menstruation ausbleibt. 10-15% der Erkrankten sterben sogar daran.

Aber auch körperliche Krankheiten können zu Gewichtsproblemen führen. Es gibt Krankheiten, die so viel Energie verbrauchen bzw. die zugeführte Energie so schlecht verwerten, dass die Betroffenen permanent gegen ihr Untergewicht kämpfen müssen (z.B. bei Cystischer Fibrose oder chronisch obstruktiver Lungenerkrankung). Zur Therapie gehört dann eine hochkalorische Diäten, aber die Betroffenen sind trotzdem sehr schlank. Gerade für junge Männer ist das nicht einfach, weil das aktuelle männliche Idealbild kräftig und muskulös ist. Frauen mit CF entsprechen zwar mehr dem gängigen Schönheitsideal, sie leiden aber vielfach unter den fehlenden Rundungen. Auf der anderen Seite gibt es junge Frauen mit CF, die auf die hochkalorische Diät verzichten oder ihre Enzyme reduzieren, um schlank zu bleiben. Sie nehmen damit eine Verschlechterung ihres Gesundheitszustands in Kauf.

Bei anderen Erkrankungen kommt es zu Gewichtsschwankungen. Junge Menschen mit einer chronisch entzündlichen Darmerkrankung nehmen bis zur Diagnosestellung und im Schub plötzlich viel Gewicht ab. Werden sie dann mit Cortison behandelt, nehmen sie das Gewicht schlagartig wieder zu, mitunter etwas mehr. Insbesondere das für alle sichtbare `Mondgesicht´ stört dabei und verführt zu der Überlegung, ob man nicht lieber auf die Medikamente verzichtet. Ohne Cortison heilen die Entzündungen allerdings nicht ab. Sprecht also am besten mit eurem Arzt und fragt, was ihr machen könnt.

Von ungewollten Gewichtszunahmen berichten auch Personen mit Diabetes, insbesondere bei der Umstellung auf eine Pumpentherapie. Wenn plötzlich nur noch gebolt werden muss und nicht mehr gespritzt, verleitet das schnell zum unkontrollierten Essen. Auf der anderen Seite weiß jeder, der Insulin spritzt, wie er damit sein Gewicht manipulieren kann. Ein schädlicher Kreislauf aus gestörtem Essverhalten und Medikamenteneinnahme kann entstehen. Greif also lieber auf andere Wege zurück, wenn du dein Körpergewicht verändern willst.