Berufsstart: Wie geht es weiter?

Ob du den Arbeitgeber über deine Erkrankung aufklärst oder nicht, ist deine Entscheidung. Bei einigen Erkrankungen ist es jedoch hilfreich, zumindest den direkten Vorgesetzten oder einen engen Kollegen über die Erkrankung zu informieren. Nur so kann dir bei einem Notfall schnell geholfen werden. Außerdem beugst du unangenehmen Fragen vor, z.B. bei der Medikamenteneinnahme. Bei der Entscheidung kann dir eine Plus-Minus-Liste helfen.

Offenbarung: ja oder nein?

++PLUS++
  • Therapie offen möglich (z.B. Einnahme von Medikamenten)
  • mehr Verständnis von Seiten der Kollegen
  • weniger Stress und “Energie-verschwendung ” durch Vertuschen
  • Unterstützung bei Notfällen
--MINUS--
  • Verunsicherung von Vorgesetzten und Kollegen
  • Gefahr von Unverständnis der Kollegen und Mobbing
  • Eventueller Karrierestopp
  • Mitleid der Kollegen und ungewollte Sonderbehandlung

Folgende Fragen könnten von Kollegen oder Vorgesetzten gestellt werden:

  • Ist deine Arbeitsleistung durch die Erkrankung eingeschränkt?
  • Gibt es Tätigkeiten, die du nicht ausführen kannst?
  • Benötigst du besondere Zeitpläne  aufgrund der Erkrankung?
  • Wie oft ist mit einem krankheits-bedingten Ausfall zu rechnen?
  • Kann es zu Notfällen kommen?
  • Was müssen wir bei einem Notfall tun?

Wenn du die Vorteile eines Schwerbehindertenausweises nutzen willst, musst du die Behinderung offen legen. Ab einem Grad der Behinderung von 50 hat man Anspruch auf einen Schwerbehindertenausweis. Mit ihm kann man bestimmte Vergünstigungen geltend machen, wie z. B. Steuerfreibeträge und zusätzliche Erholtage im Beruf. Ob es sich für dich lohnt, einen Ausweis zu beantragen, ist schwer zu entscheiden. Einerseits möchte man die Vorteile nutzen, andererseits fühlt man sich nicht als behindert, zumal mit der Einstufung auch Nachteile verbunden sind. Am besten lässt du dich gut beraten. Eine Beantragung ist jederzeit, d. h. auch später möglich. Mehr Infos dazu und zu den Rechten, die dir als chronisch Kranker zustehen, findest du in unserem Glossar von A-Z und beim Bundesministerium für Arbeit und Soziales (www.bmas.de, z. B. kostenlose Broschüre „Ratgeber für Menschen mit Behinderung“).