Wie verhüte ich am besten?

Wenn man von Verhütung spricht, denkt man zu erst an Empfängnisverhütung, d.h. den Schutz vor einer Schwangerschaft. Verhütung dient aber auch dem Schutz vor Geschlechtskrankheiten, so genannten sexuell übertragbaren Infektionen (STI), wie HIV oder Hepatitis. Kurz vorweg: Eine chronische Erkrankung schützt weder vor Schwangerschaft noch vor STI.

Insbesondere die Empfängnisverhütung spielt bei den meisten chronischen  Erkrankungen eine große Rolle, da eine ungeplante Schwangerschaft zur Verschlimmerung der Grunderkrankung oder zu Missbildungen beim Ungeborenen führen kann (besonders bei Zytostatika, Antiepileptika und Rheumamitteln). Um die Risiken zu reduzieren, sollte eine Schwangerschaft im Vorfeld mit den behandelnden Ärzten geplant werden (s. auch Kinderwunsch mit chronischer Erkrankung). Von sog. „natürlichen Verhütungsmethoden“ (z.B. Coitus Interruptus, Kalender-Methode) wird daher aufgrund des hohen Fehlerrisikos abgeraten.

Sexuell übertragbare Infektionen (STI)

Am sichersten vor STI schützen Kondome, egal ob man eine chronische Krankheit hat oder nicht. Insbesondere bei neuen Partnern solltest du daher auf die Verwendung von Kondomen bestehen. Wollt ihr langfristig ungeschützten Geschlechtsverkehr haben, solltet ihr überlegen, ob ihr euch auf STI testen lasst. Das Gesundheitsamt bietet solche Tests anonym und kostenlos an, beim Hausarzt oder Gynäkologen ist es in der Regel eine kostenpflichtige Leistung, die man selbst bezahlen muss. Auch wenn ein Gespräch über das Risiko von STI etwas unangenehm ist, dient es eurer beider Sicherheit und zeigt, dass du verantwortungsbewusst und aufgeschlossen bist.

Ansonsten gibt es nur wenige Besonderheiten hinsichtlich STI, die ihr aufgrund eurer  Krankheit beachten müsst (Ausnahme: Immundefekte). Frauen mit Diabetes sind etwas anfälliger für vaginale Infektionen, da der Glukosegehalt im Vaginalschleim erhöht ist und so einen besseren Nährboden für Bakterien bietet. Wichtig zur Prävention von Infektionen ist es für alle Frauen, nach dem Sex Waser zu lassen (“Pipi machen”), um mögliche eingebrachte Keime direkt wieder nach draußen zu befördern. Für beide Geschlechter gilt: Das Genital (Schamlippen und Scheide bzw. Penis) gut mit Wasser reinigen. Seife und Cremes irritieren die Haut eher, als dass sie helfen.

Ungewollte Schwangerschaften

Zur Empfängnisverhütung gibt es diverse Möglichkeiten, die alle ihre Vor- und Nachteile haben. Eine detaillierte Beschreibung findest du unter https://www.profamilia.de . Hier wird auch über das Vorgehen bei „Verhütungspannen“ informiert.

Aufgrund der Vielfalt der Methoden und der unterschiedlichen Bedürfnisse ist es wichtig, sich ausreichend zu informieren. Bei dir kommen eventuell Besonderheiten durch deine Erkrankung hinzu. Sprich also bei Bedarf mit deinem behandelnden Spezialisten und/oder Gynäkologen.

Verhütungsmethoden

  • Natürliche Kontrazeption:
    Coitus Interruptus, Kalender-Methode, Basaltemperatur, Billingsmethode (Beim Wunsch nach sicherer Verhütung nicht zu empfehlen!)
  • Mechanische Kontrazeption:
    Kondom, Diaphragma, Femidom, Portiokappe, Verhütungsring (Lea Contrazeptivum)
  • Chemische Kontrazeption:
    Schaumtabletten, Schaumovula, Zäpfchen und Cremes (in der Regel in Kombination mit mechanischer Kontrazeption oder Verhütungsschwämmchen)
  • Hormonelle Kontrazeption:
    Pille, Hormonspirale, Hormonpflaster, Vaginalring, Subdermales Implantat
  • Intrauterine Methoden:
    Intrauterinpessar, Spirale
  • Sterilisierung:
    (kommt bei jungen Menschen in der Regel nicht in Frage)