Alles normal? Körperliche Entwicklung und chronische Krankheit

Das Wichtigste zuerst: Die meisten jungen Leute mit einer chronischen Krankheit unterscheiden sich in ihrer körperlichen Entwicklung und damit auch in der Sexualität nicht von gesunden Gleichaltrigen. Wie für alle anderen gilt aber auch für sie, dass es große Unterschiede im Zeitpunkt und im Tempo der körperlichen Entwicklung gibt. Die erste Regelblutung haben manche Mädchen schon mit 10 Jahren, andere erst mit 14. Bei Jungen ist es nicht anders: manche wachsen bereits mit 12 Jahren erheblich, andere haben ihren größten Wachstumsschub mit 15 Jahren. Normalität heißt hier, dass jede/r einem persönlichen Entwicklungsmuster folgt. Mach dich deswegen nicht verrückt. Es ist normal, verschieden zu sein!

Genau wie die körperliche Entwicklung unterscheidet sich auch das Interesse an Sexualität und das Sexualleben junger Menschen mit chronischer Krankheit nicht von dem anderer Gleichaltriger. Weder die Lust, noch die sexuelle Erregung, die Erektion oder das Erleben eines Orgasmus sind in irgendeiner Weise beeinflusst.

Unregelmäßigkeiten der Regelblutungen bei Mädchen sind zu Beginn normal. Der Körper befindet sich noch in einer Umstellungsphase. Wenn es später zu Unregelmäßigkeiten kommt, hat das meist nichts mit der Erkrankung zu tun. Ein geringes Körpergewicht, anhaltender Stress, Hormoneinwirkungen oder Leistungssport sind die häufigsten Gründe dafür, dass die Regelblutungen unregelmäßig auftreten oder für einige Zeit ganz ausfallen. In Einzelfällen kann die Erkrankung, z.B. eine andauernd schlechte Stoffwechseleinstellung, die Ursache sein. Scheu dich nicht, deinen Facharzt oder deine Gynäkologin zu fragen, wenn du dir wegen eines unregelmäßigen Zyklus Sorgen machst.