Keine Angst vor dem Wechsel

Der Wechsel bedeutet nicht nur, dass sich dein betreuender Arzt ändert. Auch die Situation im Wartezimmer ist anders. Mit dir zusammen warten viele ältere Menschen, denen es eventuell gesundheitlich sehr schlecht geht. Du wirst von der Sprechstundenhilfe und dem Arzt gesiezt und das Verhältnis zwischen euch ist vermutlich nicht so persönlich wie beim Kinderarzt, wo ihr euch schon so lange kanntet. Deine Eltern begleiten dich nicht mehr zur Sprechstunde, so dass du die Fragen des Arztes selbst beantworten musst und über weitere Behandlungsschritte mitentscheidest. 

Ob diese Veränderungen positiv oder negativ sind, muss jeder für sich bewerten. Für manche ist die Übernahme von Verantwortung vielleicht ein Risiko, weil sie vergessen, zum Arzt zu gehen und sich ein Rezept geben zu lassen. Sie fühlen sich überfordert und alleingelassen. Für andere ist es eine Chance, weil die Eltern nicht mehr in alles hineinreden, sie nun eigene Entscheidungen treffen können und die größere Anonymität schätzen.

Dass sich dein behandelnder Arzt ändert, bedeutet aber nicht, dass sich auch die Anzahl deiner Arztbesuche oder die Therapie ändert. Gerade in der Zeit des Umbruchs ist es wichtig, regelmäßig zum Arzt zu gehen, damit der Arzt deine Gesundheit gut im Blick hat. Die meisten  Krankheiten bedürfen einer regelmäßigen Überwachung. Es ist wichtig, dass dies nicht abreißt, denn sonst kann es passieren, dass du dir und deinem Körper ernsthaft schadest.

Was ändert sich durch die Volljährigkeit?

  • Arztwechsel vom Kinderarzt zum Erwachsenenmediziner
  • Krankenkassenwechsel von der kostenfreien Familienversicherung zur eigenen, beitragspflichtigen Versicherung mit Beginn der Berufsausbildung bzw. Erwerbsarbeit. Junge Erwachsene ohne eigenes Einkommen können maximal bis 23 Jahre kostenfrei über die Eltern versichert sein. Wenn man sich ohne Arbeitsentgeld in Schul- oder Berufsausbildung befindet oder ein freiwilliges soziales bzw. ökologisches Jahr absolviert, erhöht sich die Grenze auf 25 Jahre.
  • Ende der Zuzahlungsbefreiung z.B. bei Rezeptgebühren (Ausnahme: Personen mit geringem Einkommen oder Bafög-Bezieher). Die Krankenkasse bezahlt weiter alle medizinisch notwendigen Leistungen, du muss allerdings gewisse Zuzahlungen leisten (z.B. bei Medikamenten und Krankengymnastik).
  • Schweigepflicht des Arztes gegenüber deinen Eltern. Nur wenn du ihn von der Schweigepflicht entbindest, darf er ihnen berichten.

Was bleibt gleich?

  • Bisherige Therapieziele und -prinzipien
  • Regelmäßige Untersuchungstermine beim Arzt
  • Du und dein Arzt bilden ein Team