Der 1. Besuch beim neuen Arzt

Du brauchst dir keine Sorgen zu machen, dass du mit einem Mal alleine gelassen wirst. Dein Behandlungsteam wird helfen, dass der Übergang so reibungslos wie möglich klappt. Auf Wunsch wird dein jetziger Arzt den Ärzten, mit denen du neu in Kontakt trittst, alle nötigen Informationen über dich zukommen lassen. Aber natürlich ist es wichtig, dass du auch selbst informiert bist.

Auf den 1. Termin mit dem neuen Arzt solltest du gut vorbereitet sein.

Vielleicht kannst du mit deinen Eltern vorab überlegen, was der neue Arzt von dir wissen will und was du von ihm wissen willst. Sicherheitshalber kannst du auch jemandem, dem du vertraust (z.B. Eltern oder Freund/in) zum 1. Termin mitnehmen. Wenn du nicht möchtest, dass sie mit hineinkommen, können sie dich zumindest ins Wartezimmer begleiten. Außerdem kann es hilfreich sein, wenn du dir Fragen, die du hast, aufschreibst, und dir auch im Gespräch mit dem Arzt Notizen machst.

Wie kannst du dich vorbereiten?

Wenn du zum 1. Mal zu einem neuen Facharzt gehst, könnte er Folgendes wissen wollen:

  • Krankenvorgeschichte: Seit wann hast du die Erkrankung? Hast du weitere Krankheiten? Gab es Besonderheiten oder Komplikationen, wie Operationen, Krankenhausaufenthalte oder Medikamentenunverträglichkeiten? Gibt es nennenswerte Vorerkrankungen in deiner Familie (z.B. Diabetes, Bluthochdruck, Krebs, Schilddrüsenerkrankungen)?
  • Welche Impfungen hast du bekommen? Nimm deinen Impfausweis mit!
  • Wie ist deine aktuelle Therapie (Medikamentennamen, Dosierung, weitere Therapien)? Nimmst du weitere Medikamente ein, z.B. die Pille oder Schmerzmittel?
  • Hast du aktuell Beschwerden? Wann treten sie wie und wo auf? Hast du schon etwas deswegen unternommen?

Frag deinen bisherigen Arzt nach einer Zusammenfassung deiner Krankengeschichte, in der er nicht nur über die aktuelle Behandlung, sondern auch über den Verlauf und die Besonderheiten berichtet, und nimm sie zum 1. Termin mit!

 

 Allgemeine Vorbereitung des Gesprächs:

  • Hast du deine Versichertenkarte und ggf. eine Überweisung für den Spezialisten? Diese stellt dir bei Bedarf dein Kinder- bzw. Hausarzt aus.
  • Hast du alle notwendigen Informationen und Unterlagen (z.B. Arztbrief, Röntgenbilder, Computertomogramme, Ultraschallbilder)?
  • Was möchtest du von dem neuen Arzt wissen? Was möchtest du ihm nicht erzählen?
  • Weißt du, welche Rezepte du brauchst (möglichst mit genauer Mengenangabe)? V
  • Hast du den Krankheitsverlauf der letzten Wochen dokumentiert, so dass ihr eine Gesprächsgrundlage habt? (nicht bei allen Erkrankungen nötig)
  • Gibt es Beobachtungen, die du besprechen möchtest (z.B. körperliche Veränderungen, Schwankungen der Werte, ungewohnte oder beunruhigende Symptome)?
  • Gibt es Dinge hinsichtlich deiner Therapie, mit denen du unzufrieden bist (z.B. Schwierigkeiten bestimmte Therapieschritte auszuführen, störende Einschränkung)?
  • Brauchst du Motivation von deinem Arzt? Ist deine Stimmung gerade nicht so gut und du möchtest das ansprechen?
  • Hast du Fragen, die deine Gesundheit betreffen (z.B. aktueller Gesundheitszustand, Risiken & Folgeerkrankungen)?
  • Hast du darüber hinaus Fragen, z.B. zu finanziellen, versicherungs- oder berufsrechtlichen Aspekten?

 

 Nach dem Arztbesuch sollten diese Punkte beantwortet sein:

  • Hast du alles verstanden, was dir der Arzt erklärt hat (z.B. Fremdwörter)?
  • Hast du die Gründe für die Untersuchungen und Therapievorschläge verstanden?
  • Wenn eine Untersuchung erfolgt ist: Weißt du, wann und wie du die Werte erfahren und mit dem Arzt besprechen kannst?
  • Wenn eine neue Therapie besprochen wurde: Weißt du, was du wann machen musst?
  • Wann sollst du das nächste Mal zum Arzt kommen?

 

...und wenn es nicht so gut läuft?

Natürlich musst du dich auf den neuen Arzt erst einstellen, genauso wie er sich auf dich. Langfristig ist es aber wichtig, dass dir der neue Arzt sympathisch ist und du dich ihm anvertrauen kannst. Hat er dir zugehört? Hat er dir alles, was du wissen wolltest  erklärt? Manchmal gibt es leider die Situation, dass die „Chemie“  nicht stimmt. Trotz einiger Termine kann man sich einfach nicht aneinander gewöhnen. Dann ist es wichtig, für dich zu wissen, dass du ein Recht auf freie Arztwahl hast. D.h. wenn es andere Fachärzte in der Nähe gibt, kannst du zu einem anderen Arzt wechseln. Allerdings sollte man nicht bei der kleinsten Uneinigkeit den Arzt wechseln – Beziehungsaufbau braucht Zeit und manchmal muss man seine Wünsche auch beim Behandler offen äußern! Wenn du beispielsweise findest, dass dein neuer Arzt sich zu wenig Zeit nimmt, sag gleich bei der Terminvereinbarung, dass du mehr Zeit brauchst.

TOP 5

  1) Fang rechtzeitig mit der Suche nach einem neuen Arzt an und bereite dich vor.
  2) Entscheide für dich selbst, ob dir dein neuer Arzt sympathisch ist.
  3) Frage nach, wenn dich etwas interessiert oder du etwas nicht verstanden hast.
  4) Sag deinen Ärzten, wenn du mit etwas Probleme hast oder Hilfe brauchst.
  5) Gehe nicht seltener zum Arzt, nur weil sich Ort und Behandler ändern.