Veränderungen in der Pubertät

Wie schon die Kindergartenzeit und der Eintritt in die Schule stellt auch die Pubertät (lat.: Geschlechtsreife) eine wichtige Entwicklungsphase für Ihr Kind dar. Der Körper Ihres Kindes verändert sich täglich ein kleines bisschen mehr und im Gehirn entstehen neue Nervenverbindungen und alte verschwinden. Durch die hormonellen Veränderungen und die körperliche Reifung ergeben sich plötzlich ganz neue Interessen und Möglichkeiten  für die Heranwachsenden. Die Jugendlichen müssen neue Herausforderungen meistern.

Folgende Themen, sogenannte Entwicklungsaufgaben, stehen im Jugendalter im   Mittelpunkt:

  • Akzeptanz der eigenen körperlichen Erscheinung
  • Auseinandersetzung mit der eigenen Geschlechterrolle und Sexualität
  • Neugestaltung der Beziehung zu den Eltern & Gewinn von Unabhängigkeit
  • Vorbereiten der beruflichen Zukunft und Berufswahl
  • Entwicklung eigener Werte, Lebensentwürfe und Ziele

 

Dass diese Entwicklung nicht einfach ist und häufig mit Selbstzweifeln, Konflikten und heftigen Gefühlsschwankungen einhergeht, wissen Sie vielleicht noch aus Ihrer eigenen Jugend und erleben es täglich bei Ihrem Kind. So äußert sich die Identitätssuche beispielsweise in Widerstand gegen elterliche Einmischungen und die Unfähigkeit, Kritik anzunehmen oder Kompromisse zu schließen.            

Es sei Ihnen versichert, dass diese Phase irgendwann vorüber ist. Die körperliche Reifung dauert ca. 5 Jahre, die psychische etwas länger. Spätestens mit 18 Jahren, bei Jungen eventuell auch etwas später, ist die Pubertät abgeschlossen. Der junge Mensch hat den Gipfel seiner geistigen Leistungsfähigkeit erreicht. Er ist nun zu abstrakten und komplexen Denkleistungen sowie effizienten Zielplanungen in der Lage und besitzt eine verbesserte Fähigkeit, mit Gefühlen umzugehen.

Die Entwicklungsaufgaben gelten als bewältigt, wenn die Heranwachsenden Wege gefunden haben, die ihrer persönlichen Lebenssituation und ihren Wünschen entsprechen. Eine perfekte oder allgemeingültige Lösung gibt es nicht. Jeder Jugendliche muss seinen eigenen Weg finden, der allerdings von den Wünschen  und Vorstellungen seiner Eltern abweichen kann. Den meisten jungen Menschen gelingt es jedoch, die Bindung zu ihren Eltern aufrechtzuerhalten.