Tipps und Strategien

Auch wenn es kein Patentrezept gibt, das für alle Familien gilt, wollen wir Ihnen ein paar Tipps geben, die Ihnen vielleicht den Familienalltag erleichtern:

  • Als Gesprächspartner und Berater zur Verfügung stehen: Halten Sie keine Vorträge, sondern hören Sie Ihrem Kind zu. Interessieren Sie sich für seine Welt und seine Sichtweise und respektieren Sie seine Privatsphäre. 
  • Zusammen Regeln aufstellen: Statt zu bestimmen, sollten Sie gemeinsam überlegen, wer welche Aufgaben übernimmt, welche Regeln gelten und was bei Überschreitungen passiert. Das letzte Wort liegt selbstverständlich bei Ihnen. Die Vereinbarungen sollten regelmäßig auf ihre Aktualität geprüft werden (s. auch Übergabe der Therapieverantwortung).
  • Auf das Wesentliche konzentrieren: Stellen Sie nicht zu viele Regeln und Verbote auf. Damit nicht unnötig Streit entsteht, sollten Sie sich auf die Dinge beschränken, die Ihnen wirklich wichtig sind. Zu starker Druck verhärtet die Fronten.
  • Angemessene Ziele und Zeiträume formulieren: Die Veränderungen in der Pubertät erschweren ein gutes Krankheitsmanagement. Neben den körperlichen Einflüssen sind den Jugendlichen andere Dinge viel wichtiger als ihre Erkrankung. Dies sollte ihnen zugestanden und bei den Therapiezielen berücksichtigt werden. Gemeinsam mit dem Behandlungsteam sollte überlegt werden, wie ein guter Behandlungsplan für diese Lebensphase aussehen kann. Sie als Eltern müssen lernen, kurzfristige Verschlechterungen auszuhalten.
  • Loben und Bestärken: Statt sich darauf zu konzentrieren, was nicht klappt, sollten die Fähigkeiten und Erfolge betont werden. Trauen Sie Ihrem Kind die Aufgaben zu und vertrauen Sie ihm!
  • Praktische Hilfen anbieten: Bei Bedarf sollten Sie Ihr Kind unterstützen, so z.B. bei der Suche nach einem geeigneten Erwachsenenmediziner. Fragen Sie aber vorher, ob Ihre Hilfe gewünscht ist. 
  • Provokationen nicht persönlich nehmen: Ihr Kind meint nicht immer, was es sagt. Es grenzt sich nicht von Ihnen ab, sondern von den Erwachsenen allgemein. Bleiben Sie gelassen und gehen Sie nicht darauf ein.

Eltern sollten nicht…

  • die Kommunikation mit dem Behnadlungsteam übernehmen
  • Kindern alle Aufgaben abnehmen und ihre Probleme lösen
  • Kinder mit Ratschlägen, Ermahnungen und Vorwürfen überhäufen
  • sich für das Glück ihrer Kinder verantwortlich fühlen 
  • sie mit ihren Problemen alleine lassen

Vertrauen Sie darauf, dass Sie Ihr Kind bestmöglich vorbereitet haben, sodass es seinen Weg finden wird!