Wenn die Kinder erwachsen werden

Bis Jana, 15 Jahre, endlich den Katheter ihrer Insulinpumpe gewechselt hat, vergeht mitunter ein ganzer Sonntag. Hinterher sind alle Familienmitglieder genervt. Janas Eltern sind außerdem beunruhigt wegen der häufig zu hohen Blutzuckerwerte und möglicher gesundheitlicher Folgen.

Obwohl für Lena, 16 Jahre, aufgrund ihres Asthmas Rauchen tabu sein sollte, hat ihre Mutter neulich eine Schachtel Zigaretten und ein Feuerzeug in ihrem Zimmer gefunden.

David, 17 Jahre, ist in letzter Zeit immer seltener Zuhause. Er sagt, dass er sich mit seinen Freunden zum ´Chillen´ und Computer spielen trifft. Seine Eltern befürchten, dass er darüber die Therapie seiner Mukoviszidose vernachlässigt.

 Alex, 16 Jahre, leidet an Colitis ulcerosa, einer chronisch entzündlichen Darmerkrankung. Die Medikamente, die einen erneuten Krankheitsschub vermeiden sollen, nimmt er nicht ein. Als Begründung sagt er, dass er momentan einfach keine Lust auf seine Krankheit hat. Ihm gehe es doch gut.

Kein Zweifel, die Pubertät ist ausgebrochen! Vermutlich machen auch Sie seit einiger Zeit Ihre Erfahrung mit Ihrem pubertierenden Kind und haben sich so manches Mal wehmütig an die Zeit zurückerinnert, als das Zusammenleben mit Ihrem Sohn/Ihrer Tochter noch „einfacher“ war. Vielleicht beobachten Sie die Veränderungen, die sich bei Ihrem heranwachsenden Kind gerade vollziehen, aber auch voller Faszination. Die Pubertät ist ein wichtiger Schritt in Richtung auf das Selbständigwerden, auch in Bezug auf das eigenständige Krankheitsmanagement. Diskussionen, Machtkämpfe und Gefühlsausbrüche auf beiden Seiten gehören dazu.