Chancen und Risiken des Wechsels

Risiken

Changen

Der Arztwechsel ist für Sie und Ihr Kind teilweise mit Ängsten verbunden. Sie befürchten vielleicht, dass Ihr Kind beim neuen Arzt nicht mehr so gut betreut wird. Sie fürchten die Anonymität und dass es Ihrem Kind nicht so gut beim neuen Arzt gefällt und natürlich haben Sie Angst, dass sich dadurch die gesundheitliche Situation verschlechtern könnte. Diese Bedenken sind sehr verständlich. Vermutlich wird Ihr Kind seit vielen Jahren vom gleichen Behandlungsteam betreut. Insbesondere, wenn die Erkrankung früh diagnostiziert wurde, ist ein fast familiäres Verhältnis entstanden. Der Kinder- und Jugendarzt ist der engste Vertraute im Hinblick auf die Erkrankung. Mit einem neuen Arzt muss ein solches Verhältnis erst aufgebaut werden.

Der Wechsel bietet auch Chancen. Der junge Patient hat die Möglichkeit, ein neues “erwachseneres” Verhältnis zu seinem Behandler zu entwickeln und bekommt automatisch mehr Verantwortung übertragen. Bei Heranwachsenden, bei denen sich die Therapie in der Pubertät schwierig gestaltet hat, kann man häufig beobachten, dass es nach dem Wechsel wieder besser klappt. Mit dem Neustart gelingt es, eine unbelastete und reifere Beziehung zum Behandler aufzubauen.

Wie kann ich mein Kind unterstützen?

Natürlich muss man sich erst auf die neue Situation einstellen (auf den neuen Arzt, die formellere Beziehung, auf die Situation im Wartezimmer zwischen vielen älteren Patienten etc.) und sich näher kennenlernen. Besprechen Sie mit Ihrem Kind, ob Sie zum 1. Termin mitkommen sollen und überlegen Sie gemeinsam, was der neue Arzt vermutlich wissen möchte. Nach dem Kontakt sollten Sie Ihr Kind nach seinen Eindrücken fragen. Ermutigen Sie Ihr Kind der Beziehung eine Chance zu geben, wenn der 1. Eindruck nicht gleich überzeugt hat. Bestärken Sie es aber auch, sich einen neuen Arzt zu suchen, wenn es sich dort dauerhaft nicht wohl fühlt.

Wenn sich der behandelnde Arzt ändert, bedeutet das nicht, dass sich die Anzahl der Arztbesuche oder die Therapie ändert. Die meisten chronischen Krankheiten bedürfen einer kontinuierlichen Behandlung. Es ist wichtig, dass die Überwachung nicht abreißt, denn sonst kann es zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen kommt.

In der Zeit des Umbruchs ist es wichtig, so regelmäßig wie bisher zum Arzt zu gehen, damit der neue Arzt die Gesundheit Ihrers Kindes gut im Blick hat.